| Katalog | 84 Seiten, 71 Abbildungen: Pläne, Modelle und Zeichnungen, Format 18x21cm, Auflage 1000 |
| € 15,00 inkl. Mwst + Versand |
Während der Wintersemester 2001/02 und 2008/09 haben Architekturstudenten der Universität Kaiserslautern die Aufgabe bekommen, einige meiner Häuser als Modell nachzubauen, bzw. Pläne dazu zu zeichnen. Die Ergebnisse sind so überzeugend, dass wir die 15 Studentenarbeiten nun veröffentlicht haben. Das Projekt und der Katalog ist in Zusammenarbeit mit Prof. Bernd Meyerspeer und Juniorprofessor Dirk Bayer entstanden.
Über das Projekt – Auszüge aus einem Text von Bernd Meyerspeer:
„Wir beschlossen für das bevorstehende Sommersemester „Die Abenteuer des Hausbaus“ für ein Entwurfsseminar im Hauptstudium vorzubereiten. Unsere Absicht war, es zu erreichen, dass die Entwerfer die Geschichten verinnerlichen und beginnen sich in die Figuren zu versetzen und deren Identität anzunehmen. Im besten Falle sollten die Geschichten weitergeschrieben werden. Im Seminar gelang es dann tatsächlich, dass die Teilnehmer die Rollen und Positionen als Bauherr, Planfertiger oder Bewohner annahmen und im Laufe des Rekonstruktionsprozesses die anfängliche Distanz zwischen fiktiver Rolle und selbstgewählter Identität immer mehr aufgehoben wurde, was durchaus im Sinne Hegels zu verstehen ist. Zum Ende des Entwurfsseminars füllten alle mit spielerischer Freude ihre Rollen aus und vertraten die eingenommenen Haltungen engagiert. Es entstand eine neue, eigene Wirklichkeit mit einer erstaunlichen Dynamik und Produktivität.
Letztes Jahr erweiterte Gottfried Müller seine „Portraits verlorener Gebäude“ um zwölf weitere Häusergeschichten, die er in einer bibliophilen Ausgabe veröffentlichte. Dies war für uns ein willkommener Anlass, nach acht Jahren, nochmals mit einer neuen Studentengeneration das Thema wieder aufzunehmen. Dieses Mal interessierten uns aber andere Aspekte. Wir wollten die Geheimnisse der nichtgezeichneten Innenräume erforschen und zu den grundlegenden, immer wiederkehrenden und zeitlosen Problemstellungen des Bauens und der architektonischen Gestaltung vordringen. Dazu mussten zum einen die Modelle möglichst groß gebaut werden, um in der Dreidimensionalität Konstruktion und Material, die Raumatmosphären und Ausstattungen, Licht und Öffnungen, Beschaffenheit und Oberflächen von Boden, Wand und Decke und deren Übergänge zeigen zu können. Zum anderen sollten die Studenten diesmal mit einem distanziert-analytischen Blick das Wesen der Häuser freilegen und mit klassisch-analogen und neuen digitalen Werkzeugen zweidimensional darstellen. Mit der bildhaften Ausarbeitung der Innenräume war die Forderung verbunden, in der Verschränkung von Erzählung, Ereignis und räumlicher Abschirmung den Betrachter anzuregen, die Geschichten der Häuser in seinem Kopf weiterzudenken...“